… könnte man es nennen, wenn es nicht so altmodisch betulich klingen würde. Wie auch immer – für den Osten der Republik (und natürlich ebenso für die Zureisenden) stehen Nicolette Krebitz und Peter Moltzen am Karfreitag im Berliner Gorki-Theater auf der Bühne, während sie im Westen am Ostersonntag in der Wiederholung des Tatorts Pechmarie im WDR zu sehen sind.
Okay, ich hänge mal wieder ein paar Tage (die ich leider vergrippt im Bett lag) hinterher und habe deshalb die Meldung in RP Kahls Blog verpasst: Mädchen am Sonntag, das wundervolle Portrait der Schauspielerinnen Nicolette Krebitz, Laura Tonke, Katharina Schüttler und Inga Birkenfeld, erscheint Ende Mai auf DVD.
Peter Moltzen, Nicolette Krebitz und Yvon Jansen stehen weiterhin ca. monatlich im Maxim-Gorki-Theater Berlin in Fritz Katers Stück Tanzen! auf der Bühne.
Das nächste Mal am 22. März und 6. April 2007 jeweils um 20 Uhr im Studio.
Über die Vorstellung Nicolette Krebitz’ durch Hans Jürgen Balmes, den Moderator der Lesung in der nippeser Kulturkirche, sollten wir lieber einen großen Mantel des Schweigens legen, stimmte doch von den wenigen Fakten(?) seiner Rede kaum eines. Jedoch können sich Marisha “Best seen, not heard” Pessl und ihr Verlag glücklich schätzen, das Coco einige Kapitel der deutschen Übersetzung vorgetragen hat, da es wirklich zu den schönsten Erlebnissen des (zumindest meinen) Lebens gehört, von ihr eine solch amüsante Geschichte vorgelesen zu bekommen. Ich kann also uneingeschränkt sagen, das es ein sehr, sehr schöner Abend war.
Ergänzung: Auf Grund meiner – sicher verständlichen – Konzentration auf Coco habe ich ganz vergessen zu fragen, was die Kameracrew eigentlich mit der Videoaufzeichnung plant. Ich hatte gehofft, davon wenigstens einen Stream im Web zu finden, aber offensichtlich ist nichts veröffentlicht.
Nach meinem Eindruck von der Veranstaltung plädiere ich übrigens ganz stark für die Einführung von Videobüchern (ok, das ist kein guter Name). Hörbücher können jedenfalls dieses Erlebnis des Vorlesens nur unzureichend vermitteln.
Nachtrag: Wer sich für Marisha Pessl und ihr Buch interessiert, bekommt bei DeCourtenay eine gute Übersicht geboten.
… und der gleichnamige Film ist »Ready to take off« – also fertig – wie es auf der zugehörigen myspace-Seite heißt. Jetzt brauchen wir nur noch ein paar Monate Geduld, bis er, mit hoffentlich mehr Kopien als damals Jeans, in den Kinos ankommt. Es gibt also ausreichend Zeit, um sich in und außerhalb des Webs mental darauf vorzubereiten, in einen tiefen und sehr, sehr dunklen (manche sagen finsteren) Wald geführt zu werden.
Zugegeben, für eine Webseite ist es fast schon unanständig, 10 Jahre alt zu werden. Und die großen Zeiten des freien Netzes und der endlichen Zahl interessanter Kleinigkeiten sind lange vorbei. Die vor 10 Jahren ungelösten Probleme haben sich verschärft. Das heißt, es ist mittlerweile viel mehr geworden, was man von Nicolette Krebitz nicht an einer Stelle findet. Also Auftrag verfehlt?
Vielleicht ist sie froh darüber, nicht als gläserner »Star« mit allen Einzelheiten zur Schau gestellt zu werden. Da gibt es immer eine Reihe von Worten, Bildern und Taten, die glänzen – und auch solche, deren Zeit vorbei ist. Sollte man lieber das Vergessen nicht verhindern? Die (Neben-)Wirkung der Sammlung fällt auch auf den Sammler zurück. Und ist das Objekt der (Sammel-)Leidenschaft nicht Objekt, sondern Mensch, müsste man die Grenze früher erkennen und enger ziehen. Besonders dann, wenn man öffentlich sammelt. Also ist es wohl gut, das das freie Netz Vergangenheit ist und ich 10 Jahre älter bin. (Vielleicht muss ich auch nur länger schlafen und die Welt positiver sehen. ;-)
Was mache ich also – anonymer Zuschauer, Kommentator, versteckt in irgendeiner Ecke des weltweiten Web? Ich bin weiterhin dankbar für Mitstreiter, wie Hans-Otto und Dietmar, die mich mit meiner selbstauferlegten Aufgabe nicht allein lassen. Und zur Abwechslung starte ich – Sensation! – den zweiten Versuch, Coco live zu erleben. Der erste ging schief damals in Hof. Keine Karten mehr da. Für den zweiten habe ich immerhin schon das Ticket (man lernt nie aus). Und dann werden wir sehen – oder auch nur hören. In zwei Wochen. In der Kulturkirche in Nippes.
Derweil hat Nicolette Krebitz vom Web 2.0 Besitz ergriffen. Alles ändert sich. Als Konstante bleibt die häufigste Frage, die mein Postfach jenseits von Spam je gesehen hat: »Wann erscheint Schicksalsspiel auf DVD?«