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Filmtage in Hof

3. November 2007 von ::

So ziemlich genau 6 Jahre nachdem Jeans bei den Filmtagen gezeigt wurde, präsentierte Nicolette Krebitz am vergangenen Wochenende ihren zweiten Kinofilm Das Herz ist ein dunkler Wald im etwas überfüllten Hofer Scala dem Festivalpublikum. Mit der zweimaligen Aufführung im größten Kinosaal des Festivals kehrte der Film nahe an einen wesentlichen Entstehungsort zurück: die dichten Fichtenwälder im Osten Oberfrankens, inmitten derer Coco am Drehbuch gearbeitet hatte.

Der grobe Inhalt der Geschichte ist nun schon etwas länger bekannt, doch wie die Bilder zusammen mit der Musik im Verlauf des Films einen immer stärkeren Sog entwickeln und dadurch fühlbar machen, wie Marie (Nina Hoss) Stückchen für Stückchen zu einer Realität auf Distanz geht, die mit jeder Begegnung unglaublicher erscheint, ist sehr faszinierend und wirkt lange nach dem Abspann noch nach. Die vielen interessanten, wundervoll gespielten Charaktere, die meist nur kurz Maries Weg kreuzen, scheinen fast alle ein souveränes, eher entspanntes Verhältnis gegenüber moralischen Grundsätzen zu haben. Es ist schwer zu sagen, ob und wie sie ihre Gedanken und Gefühle beeinflussen, aber es sind großartige Szenen der Schuldzuweisungen, Gelassenheit oder Ignoranz. Das Herz ist ein dunkler Wald ist ganz sicher ein Film, über den man nach dem Kinobesuch länger diskutieren kann, vielleicht sogar reden muss.

Mit dabei in Hof waren übrigens u.a. Sara Schilde, die mit Coco den Filmschnitt gemacht hat sowie natürlich einige Leute vom X-Verleih, der den Film am 27. Dezember in die Kinos bringt (und zuvor am 18.12. in Hamburg und am 19.12. in Berlin noch zwei Kinopremieren veranstaltet).

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