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Auf in den dunklen Wald

28. Dezember 2007 von ::

Plakat Das Herz ist ein dunkler WaldDie Feiertage sind vorbei und seit gestern läuft endlich Nicolette Krebitz‘ Film Das Herz ist ein dunkler Wald in den Kinos – zumindest in einigen Teilen Deutschlands. Österreich ist genauso wie Thüringen in dieser Beziehung ein weißer Fleck auf der Landkarte und so bleiben wohl einige Fans etwas ratlos vorm Kino stehen. Aber was nicht gut ist, kann ja besser werden. Allen, die in der glücklichen Lage sind, in der Nähe eines »richtigen« Kinos zu wohnen, empfehle ich natürlich, den Film zu sehen. Ganz so, wie Josef Schnelle in seinem Beitrag im Deutschlandfunk: Zwischen den Jahren versteckt kann man einen der wirklich großen deutschen Filme des Jahres entdecken und eine Regisseurin von Rang.

Weitere Interviews und Kritiken des Films sind – manchmal mehr oder weniger ähnlich (die Contentvermarktungsketten glänzen im Web besonders schön ;-) – in den letzten Tagen durch den Blätterwald und/oder die Weiten des Webs gerauscht, sehr viele davon positiv und ein paar auch voller Unverständnis oder von Ablehnung geprägt. Mit einer detaillierten Würdigung des Films geht Rüdiger Suchsland auf artechock voran, Barbara Schweizerhof fühlt in der taz mit Nina Hoss, die als Marie aus der Welt fällt und Christoph Petersen erkennt in der Hamburger Morgenpost einen aufregend anderen Film. Etwas skeptisch verfolgt Gebhard Hölzl im Mannheimer Morgen die Reise in die Katastrophe, u.a. da ihm zu viele Gaststars dabei sind. Die Welt ist sich auffallend uneins darüber, was sie vom Film hält, während Michael Althen in der FAZ zwar Einiges zu kritisieren findet, der nackten Marie jedoch nicht widerstehen kann: Und wenn dann am Ende Nina Hoss splitternackt in einem Bus sitzt, weiß man, dass sie nicht mehr von dieser Welt ist. Und für atemberaubende Momente wie diesen muss man den Film einfach lieben.

Vanity Fair interessiert sich unterdessen schon wieder dafür, was Coco am Sonntag tut und Marian Blasberg schreibt im aktuellen ZEITMagazin Leben über sie, als eine Frau, die ihren eigenen Willen gegen die Verhaltensmuster ihrer Branche (vielleicht der Gesellschaft überhaupt?) setzt – auch wenn es Kraft und Anerkennung kostet. Er nennt Nicolette »die Unfertige« – für mich ist sie eher »die Mutige«. Eine, die den Anspruch hat, das, was sie tut, auch ernst zu nehmen und sich entsprechend einzubringen.

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