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Draussen ist Sommer im kalten Berlin

9. Dezember 2012 von ::

Nachdem ich die Festivalauftritte und Premieren in San Sebastian, Hof, Cottbus und Lünen verpasst hatte, war am Nikolaustag endlich Gelegenheit Friederike Jehns Draussen ist Sommer im Kino zu erleben. Im Kino Babylon Mitte fand abends gegen 8 im Rahmen des Festivals Around the world in 14 films sozusagen die Berlin-Premiere statt. Viele Mitglieder des Filmteams waren gekommen, von Produzent über Drehbuchschreiberin bis Kameramann (sorry, dass ich nicht alle Namen behalten konnte) sowie die Hauptdarsteller Maria Dragus, Nicolette Krebitz, Audrey von Scheele und – nach Filmende noch rechtzeitig vom Auftritt im Deutschen Theater eingetroffen – Wolfram Koch. Und natürlich Friederike Jehn selbst, die nicht nur Regie führte, sondern auch wesentlichen Anteil am Drehbuch hatte.

Der Film selbst hat mich positiv überrascht, hatte ich doch Angst, eines der typischen, bedeutungsschweren, bitteren Familiendramen zu sehen, die mich eher nicht ins Kino locken. Stattdessen gab’s  dann mehr Kindheit und Erwachsen-Werden, Sommer, Humor, gar leicht Skurriles, eine große Liebe für Details – und toll dargestellte, „lebendige“ Menschen. Und sehr schöne Musik. Und alles, ohne die Geschichte einer versuchenden, aber wohl doch auseinander fallenden Familie unglaubwürdig zu machen.

Nach dem Film führte Rüdiger Suchsland durch ein Filmgespräch, das neben einigen schönen Anekdoten auch zeigte, dass (manche) SchauspielerInnen in ihren Rollen doch gern perfekte Menschen sein wollen und Filmemacher nicht immer das Konzept verfolgten, das der Kritiker glaubt, im fertigen Werk erkannt zu haben ;-)


(Audrey von Scheele hatte mit Sicherheit den coolsten Auftritt. Ich nehme an, Coco fühlte sich an die Interviews erinnert, die sie in dem Alter gegeben hat.)


(Ich würde behaupten, die Drei sind etwa gleich groß, haben jedoch unterschiedliche Vorlieben, wenn es um Schuhe geht.)

Nach dem Film gab es noch Zeit für Gespräche und Fotos im Kino-Foyer, bevor es im nahe gelegenen Festivalhotel mit einer Party weiterging, bei der Coco leider nicht mehr dabei sein konnte und so nicht erleben musste, wie der DJ u.a. Musik aus den 80ern hervorkramte, die ich schon erfolgreich verdrängt zu haben glaubte ;-)


(Wolfram Koch, Nicolette Krebitz, Maria Dragus und Friederike Jehn.)


(Okay, mit einem Bier weniger hätte ich vielleicht vor Ort schon erkannt, dass das Blatt im Weg ist. Aber angesichts so schöner Frauen hätte ich auch dann das Bild verwackelt. Sorry.)


(Der Moment, in dem die Regisseurin den Herrn hinter der Kamera näher betrachtet.)

Geplant ist, dass der Film nächstes Frühjahr ins Kino kommt. Um die Zeit zu überbrücken, empfiehlt sich ein Blick auf den wundervollen Soundtrack, der Draussen ist Sommer – zumindest für mich – vor der Kälte bewahrt hat, die bei einem Beziehungsdrama so nahe liegt. Man könnte zum Beispiel bei The Great Park starten, der mit We Could Have, We Should Have, We Didn’t einen großartigen Song beiträgt und sich durch die frei verfügbaren Konzertmitschnitte hören, oder, oder, oder …  Und keine Angst, die Musik kann man durchaus auch im Winter genießen.

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